39 % der Carsharing-Nutzer*innen in Deutschland sind Frauen. Dabei unterscheiden sich die Anteile je Carsharing-Variante: Die Nutzer*innen von stationsbasiertem Carsharing mit wohnortnahen, festen Stellplätzen sind zu 43 % weiblich, die Nutzer*innen von free-floating Carsharing ohne feste Stellplätze sind zu 37 % weiblich.
Anders als im Bericht von Spiegel Online dargestellt, sind die Carsharing-Varianten für verschiedene Nutzungszwecke optimiert. So ist free-floating Carsharing für Strecken von A nach B innerhalb eines Geschäftsgebietes optimiert, etwa eine Fahrt zur Arztpraxis, zur Arbeitsstelle oder auch zum Flughafen. Stationsbasiertes Carsharing hingegen eignet sich besonders gut für Fahrten, die am eigenen Wohnort beginnen und dort auch wieder enden, wie etwa Einkäufe oder Abhol- und Bringfahrten. Frauen wie Männer greifen jeweils auf die Carsharing-Variante zurück, die für diese Anlässe optimiert ist. Da Frauen in Deutschland im Durchschnitt immer noch mehr Kinderbetreuung und Haushaltsarbeit übernehmen, neigen sie stärker dem stationsbasierten Carsharing zu.
Nutzer*innenbefragungen von Kommunen und Carsharing-Anbietern weisen hohe Zufriedenheitswerte unter den weiblichen Nutzerinnen aus. Zuletzt äußerten sich 95 % der weiblichen Nutzerinnen des Carsharing in Bremen zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Angebot. An der Befragung nahmen 3.000 Carsharing-Nutzer*innen teil, knapp die Hälfte davon Frauen.
Kommunen und Anbieter beziehen das Feedback solcher Befragungen in die Gestaltung des Carsharing-Angebotes ein. Allerdings hat dies praktische Grenzen, die aus dem Konzept des Sharing resultieren.
Miriam Caroli, bcs-Vorstand und Vorstand von stadtmobil Rhein Neckar, einem Anbieter von stationsbasiertem und kombiniertem Carsharing, erklärt dazu:
„Zahlreiche Familien mit Kindern nutzen Carsharing. Viele Carsharing-Anbieter legen mittlerweile Sitzerhöhungen für Kinder in ihren Fahrzeugen bereit. Für längere Fahrten bieten viele auch Kindersitze für kleinere Kinder an, die dann vor Buchungsbeginn in die Fahrzeuge gelegt werden. Zudem sind einige Fahrzeuge ganz regulär mit einem oder mehreren Kindersitzen buchbar. Aber unsere Fahrzeuge gehen täglich durch die Hände mehrerer Kund*innen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Was der eine Kunde braucht, empfindet die nächste als lästige Blockade im Kofferaum. Deswegen können wir nicht jedem Bedürfnis gerecht werden und müssen an bestimmten Stellen auch sagen: Wer eine bestimmte Ausstattung unbedingt in einem Auto vorfinden muss, für die/den ist das geteilte Auto vielleicht nicht die optimale Lösung.“
Link zur MiD 2023: https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/publikationen2023.html
Link zur Studie aus Bremen: https://mobilpunkt-bremen.de/app/uploads/2026/01/Bremen-Carsharing-Evaluation-2025.pdf